Montag, 23. Juni 2008

Morgens halb eins in Harlem


Ich stehe im Supermarkt vor dem Gebaeckregal.Corn muffins? Ich nehme die Packung in die Hand. Der Dreierpack fuer 99cent? Das waere schon die 3 Packung diese Woche. Ich lege die Muffins in den Einkaufskorb. Und dann noch Schlagsahne fuer die Nudeln. Auf der Suche nach einer Preisauskunft will ich einen Verkaufer fragen. "Excuse me? Do you speak english?" -"No" Vorsichtig versuche ich ein "Combien?" und schuettel die Schlagsahne in meiner Rechten. Er murmelt etwas von "Dollar sixty-nine" und zeigt in richtung Kasse. Ich stell mich an der Kasse an. Obwohl ich der Zweite in der Reihe bin muss ich ein paar Minuten warten. Dan wird die Kasse storniert. Luthals schimpft eine Frau vor mir in der Schlange ueber die irrefuehrende Ettikettierung.
Am Kassenband sehe ich ein selbst gemaltes Schild kleben. "Go home after you finished your shopping." Das "Please" wurde nachtraeglich drueber geklebt. Warum sollte hier laenger bleiben als noetig? Ich kann mir ein Scmunzeln nicht verkneifen. Als ich zahle fragt die Kassiererin: "Why you throwing money at me?" mit einem gespeilten boesen Blick. Ich gucke sie an. "I'm not throwing money at you."
-"Naah. I'm just messing with you..Are you mad at me now?!"
-"No. I'm not mad at you" Ich gucke angestrengt in die Ferne. "Thanks" sage ich als ich die Einkauftueten vom Einpacker entgegen nehme. Er antwortet mit einem "Okay Papi."
Ich trete auf die Strasse. In der Ferne heult ein "Huiu-Huiu-Huiu" Sirenen gerausch, ein Soundtrack zum new yorker Leben.
Ich betrete miene Wohnung und laufe von der Wohnungstuer ins Wohnzimmer. Tesfaye, mein Gastgeber, liegt auf dem Faltsofa und pennt. Er traegt eine ausgewaschene rote Jogginghose mit zwei Hosentraegern, dazu ein zerflettertes Braunes shirt. Auf seinem kopf sitzen zwei brillen, "One for TV, one for reading" wie er eklaert hat. Im Fehrnsehen lauft NYCTV einer der uebr 20 offenen Kanaele. Ein traeger Bayer erklaert einer quirligen Asiatin die Zubereitung von Eisbein. Baschaemt gucke ich aus dem Fenster. Zu meiner Linken sehe ich durch die brauenn Sozialbauwohnungen, den Harlem River, dahinter das Stadion der New York Yankees. Die Scheinwerfer sind an. Ist heute ein Spiel? Geblendet gucke ich aus dem anderen Fenster. Central Park, Upper East Side. Der Himmel ist klar und ich kann bis auf die Kuppel des Empire State Buildings gucken.
"Tadias!" sage ich.
-"What happend?!" Tesfaye schreckt hoch und ich setzte mich auf einen der Drehstuehle. Ich stelle miene Einkaufe auf dem Tisch und lockere meine Schuhe.
Kurze zeit spaeter mache ich mich fertig und verlasse die Wohnung. Ich ziehe meinen MP3-Player aus der Tasche und scrolle bis LTJ Bukem. Die Tueren des Fahsrtuhls gehen auf. Eine Daumen Grosse Kakerlake krabbelt in den Spalt. Geekelt lauf ich in den Fahrstuhl und druecke L fuer Lobby. Wie immer steigt ein beissender Geruch in meine Nase auf. Krokodilhaus. Der schwuele Glaskasten in der Mitte des Berliner Aquarium mit der Komischen Holzbruecke. Ich stutze, verscheuche meine gedanken dann und laechle ueber mich. Ich lasse den Supermarkt rechts liegen und laufe die Stufen der 163rd Street U-Bahnstation runter. Unten angekommen hoere ich in kurzem abstanden ein Piepen was mir die Einfahrt eines Zuges signalisert. Ich beeile mich mein Ticket aus der tasche zu nehmen und ziehe es durch den Kartenleser. Auf dem Schild ueber den Schranken steht "Downtown & Brooklyn"

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